Palliativpflege: Umfassender Überblick - Pflegebegleiter

Palliativpflege verständlich erklärt

Ein umfassender Überblick über Palliativpflege: Ziele, Kosten und Prozesse.

Petra Wolff

Geschrieben von

Petra Wolff · 13. Oktober 2025

Zuletzt fachlich geprüft am 13. Oktober 2025 (Pflegehilfe AI Redaktion)

Professionelle Pflege und Betreuung - Illustration zum Thema: Palliativpflege verständlich erklärt

Wichtige Punkte

  • Palliativpflege zielt auf Lebensqualitätserhalt bei unheilbaren Erkrankungen.
  • Die Hauptziele sind Schmerzlinderung und Unterstützung im Alltag.
  • Pflege kann stationär oder ambulant zu Hause erfolgen.
  • Finanzierung erfolgt größtenteils durch die Krankenkasse.

Was ist Palliativpflege?

Palliativpflege bezieht sich auf die Betreuung von Menschen mit fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheiten. Im Mittelpunkt steht die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen, um die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten. Diese Form der Pflege kann sowohl stationär als auch ambulant erfolgen, was bedeutet, dass Patienten entweder in spezialisierten Einrichtungen oder zu Hause versorgt werden können. Letzteres ermöglicht es vielen Patienten, in ihrem vertrauten Umfeld zu bleiben und dort ihre letzte Lebensphase zu verbringen.

Die Entstehung der modernen Palliativpflege geht auf Cicely Saunders zurück, die 1967 das erste moderne Hospiz in London gründete. In Deutschland wird die Qualität der Palliativpflege durch Expertenstandards gesichert, die zuletzt 2020 aktualisiert wurden. Diese Standards helfen, die Versorgung auf einem hohen Niveau zu halten und kontinuierliche Verbesserungen zu gewährleisten.

Hauptziele der Palliativpflege

Das Hauptziel der Palliativpflege ist die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen, die mit schwerwiegenden, oft lebensbedrohlichen Erkrankungen konfrontiert sind. Dies wird durch eine umfassende Behandlung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und anderen Symptomen erreicht. Zudem bietet die Palliativpflege psychische, soziale und spirituelle Unterstützung, um den betroffenen Personen und ihren Familien ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu geben.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten, um Patienten ein Höchstmaß an Selbstständigkeit zu ermöglichen. Dies beinhaltet Hilfestellung bei der Körperpflege, der Ernährung, sowie der Mobilisation und der Förderung der sozialen Interaktion. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, ein Gefühl der Normalität und der Würde zu bewahren.

Finanzierung und Kosten der Palliativpflege

Die Finanzierung der Palliativpflege erfolgt überwiegend durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Diese übernehmen in der Regel 95 Prozent der Kosten, während der verbleibende Anteil oftmals durch Spenden gedeckt wird. Für die Patienten und deren Angehörige ist es wichtig zu wissen, welche Kosten von der Krankenkasse übernommen werden und welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten zusätzlich bestehen.

Neben den direkten Kosten gibt es weitere finanzielle Aspekte zu berücksichtigen, wie zum Beispiel Kosten für spezielle Pflegeeinrichtungen oder zusätzliche Bedarfsmittel. In vielen Fällen können auch Sozialdienste oder Ehrenamtliche Organisationen Unterstützung bieten, um finanzielle Belastungen zu reduzieren.

Antragstellung für Palliativpflege

  1. 1Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt oder Facharzt zur Einschätzung des Pflegebedarfs.
  2. 2Einreichung eines Pflegeantrags bei der Krankenkasse.
  3. 3Begutachtung durch den Medizinischen Dienst zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit.
  4. 4Auswahl der geeigneten Pflegeform durch Patient und Angehörige.
  5. 5Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Pflegeleistungen.

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Herausforderungen und Lösungen in der Palliativpflege

Eines der häufigsten Probleme in der Palliativpflege ist die Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien. Eine klare und offene Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal, Patienten und Angehörigen ist essentiell, um Missverständnisse zu vermeiden und eine optimale Pflege sicherzustellen. Schulungen für Pflegepersonal können hier eine wertvolle Unterstützung bieten.

Ein weiteres Problem kann der Mangel an Ressourcen sein, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo spezialisierte Einrichtungen oder Fachkräfte fehlen. Hier können mobile Palliativdienste oder telemedizinische Lösungen helfen, die Versorgungslücken zu schließen. Diese Dienste ermöglichen es, auch in abgelegenen Regionen eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten.

Quellen